Wilson Audio Sasha W/P – Revisited

Beschreibung

Wilson Audio Sasha W/P

Der König ist tot, es lebe der König!

Der Wandel ist ein Teil des Lebens, sowohl in königlichen Dynastien als auch bei großartigen Audioprodukten – und er löst stets große Gefühle aus. In den letzten 23 Jahre verkörperte kein Produkt die Seele und die Geschichte von Wilson Audio mehr als das WATT/Puppy-System. Mit deutlich mehr als 15.000 verkauften Einheiten ist ihm sein Platz in der Ruhmeshalle der großen Audioprodukte sicher. Mehr noch, Martin Colloms beschrieb den WATT in seinem wegweisenden Buch „High-Performance Loudspeakers“ als das perfekte Gehäuse, seine einzigartige Pyramidenform inspirierte zahlreiche Nachahmer.

Der WATT wurde im Prinzip aus der Not geboren. In der damaligen Zeit der frühen 1980er-Jahre führte Dave Wilson eine Reihe von audiophilen Aufnahmen durch und benötigte dafür einen präzisen, portablen Abhörmonitor. Nichts Handelsübliches entsprach seinen Standards und so entwarf und baute er sich seinen eigenen, den Wilson Audio Tiny Tot, kurz WATT. Sofort setzte eine rege Nachfrage seiner Berufskollegen ein – und als er um den passenden Begleiter, den Woofer „Puppy“, erweitert wurde, begann der anhaltende Siegeszug des erfolgreichster Lautsprecher in der Preisklasse über US$10.000.

Von 1986 an, als der erste WATT auf der CES in Las Vegas vorgestellt wurde, bis ins Jahr 2009, erfuhr das WATT/Puppy-System sieben Überarbeitungen. Neue Gehäuse-Architektur, neue Gehäusematerialien, neue Lautsprecherchassis, mit System 6 der Aspherical Group Delay – all diese Änderungen waren Ausdruck der technischen Weiterentwicklung bei Wilson Audio und wurden in der gesamten Produktfamilie – von Alexandria bis Duette – umgesetzt. Und eins war stets sicher: Das Urgestein und Familienoberhaupt WATT/Puppy durfte nie hinter diesen Wilson Audio State-of-the-Art-Standard zurückfallen.

Warum also kein System 9? Warum ein neuer Lautsprecher, der den Geist von WATT/Puppy verkörpert, einen ähnliches Erscheinungsbild hat, der aber nicht mehr einfach ein WATT/Puppy genannt werden kann? Warum war die Zeit für Sasha gekommen?

Während seiner Entwicklung war der WATT immer ein eigenständiger 2-Wege-Lautsprecher, er hatte seine eigene Frequenzweiche und konnte immer unabhängig vom Puppy betrieben werden. MAXX und Alexandria waren unterdessen Mehrfachgehäuse-Lautsprecher, bei denen die Lautsprecherchassis über eine Frequenzweiche betreiben werden, die im Bassgehäuse untergebracht ist – denn diese Konstruktion hat nachweislich zahlreiche akustische Vorteile.

Die WATT/Puppy Bauform mit ihrer Auftrennung wurde folglich zum eigentlichen Hindernis bei der Umsetzung neuester Fortschritte bei den Gehäusematerialien, dem Frequenzweichendesign und dem eigentlichen Chassisdesign. Sasha ermöglicht all dies und behält die zentrale Position seines berühmten Vorgängers in der Wilson Audio Produktserie.

Sasha auf einen Blick

  • Sowohl das neue Mittel/Hochtonmodul und als auch das neue Bassmodul haben ein größeres Gehäusevolumen als bei W/P System 8.
  • Das größere Bassmodul führt zu einer um 2 Hz niedrigeren Tieftonwiedergabe und geringerer Kompression im oberen Bass.
  • Erhöhtes Volumen im oberen Modul erlaubt eine neue Befestigungsarchitektur und einen Seitenwandaufbau mit größerer Steifigkeit und niedrigerer Resonanz.
  • Sashas oberes Modul verwendet Wilsons neuestes selbstentwickeltes Gehäusematerial für die Schallwand, das Ergebnis ist reduziertes Verfärbungsverhalten und größere Transparenz im kritischen Mittelbereich.
  • Durch Entfernen der Frequenzweiche aus dem oberen Modul wird weniger Mittenbereichsenergie am Mitteltöner reflektiert, was nochmals die Detailwiedergabe und Durchsichtigkeit verbessert.
  • In Sasha wird der neue 7-Zoll Mitteltöner und der neue Hochtöner der  MAXX Series 3 verbaut.
  • Sashas Woofers verwendet eine neue Antrieb/Magnetblockeinheit mit deutlich höherer Magnetkraft bei gleicher Membranmasse, das Ergebnis ist verbesserte Dynamik und Beschleunigung im Bassbereich.
  • Die aufwendig abgeschirmte Frequenzweiche sitzt jetzt im Bassmodul, der Zugang zu den Anpassungswiderstände erfolgt jetzt über ein leicht zu entfernendes Rückwandpanel. Die kundenspezifische Verdrahtung wird in Handarbeit bei Wilson Audio ausgeführt und verbindet alle Lautsprecherchassis.

Der Mitteltöner

Sashas Mitteltöner kommt direkt aus der MAXX Series 3, der widerum abgeleitet wurde vom neuen selbstentwickelten Mitteltöner, der bekanntlich das Herzstück des Wilson Audio Flaggschiff’s Alexandria X-2 Series 2 ist.

Der Entwurf dieses Treibers wurde durch die Erfahrungen angeregt, die Dave Wilson in der Wiener Staatsoper und im Wiener Musikverein Konzertsaal gemacht hatte, als er die Gelegenheit hatte, sich dort mehrere Konzerte des Wiener Philharmonischen Orchesters und der Orchesterproben anzuhören.

Die einzigartige Darstellung von direktem gegenüber reflektiertem Ton in dieser Halle, die viele für die akustisch weltbeste halten, machte Dave Wilson deutlich, was bisher jedem Lautsprecher fehlte, den er je gehört hatte – einschließlich seiner eigenen: Ein Treiber mit soviel Geschwindigkeit und Auflösung, dass er sofort in den ersten Millisekunden den reflektierten Tons deutlich unterscheidbar macht von den lauteren und nachhaltigeren Sekundärreflexionen, die wir gewöhnlich als die Umgebungscharakteristik einer Halle erkennen.

Es sind genau diese frühesten Reflexionen, die dem Klang des Orchesters im Wiener Musikverein diese unglaubliche Leichtigkeit geben. Dave Wilson wusste, wenn er einen Mitteltöner entwickeln könnte, der diese subtilen Nuancen einfangen kann, dann würde jede Art von Aufnahme und jede Art von Musik von diesem Gewinn an Auflösung und Detailwiedergabe profitieren.

Wilson Audio begründete daraufhin eine strategische Partnerschaft mit einem neuen Lautsprecherchassis-Hersteller mit dem Ziel, diesen einzigartigen Mitteltöner zu entwickeln, der erstmalig die Geschwindigkeit und Auflösung liefert, von der Dave Wilson seit seinem Erlebnis in Wien träumte.

Marc Mickelson schreibt in soundstage.com 01.05.2009 über den Mitteltonbereich der MAXX3: „Es ist live-haftiger und lebhafter, detaillierter, strukturierter und ausdrucksvoller als alles… und gibt dabei nie den Eindruck von Anhebungen oder Kompressionen im Frequenzgang. Es war weder eine Frage des Ausgangs- noch des Eingangssignals… die einmalige Fähigkeit, wichtige musikalische Informationen in den Aufnahmen zu übermitteln und sie voneinander noch einmal unterscheidbar zu machen.“

Das Gehäuse

Dave Wilson begann seinen Lautsprecherbau mit den WAMM’s in 1981 – sein erster State-of-the-Art Lautsprecher. Das damalige Gehäuse bestand aus Baltischem Birkenholz sowie Metall-Hybrid für die Schallwand. Als er 1985 den ersten Urtyp des WATT baute, suchte er nach neuen Lösungen mit höherer Steifigkeit und besserer Dämpfung – das Ergebnis war ein mit Mineralien gefülltes Acryl-Verbundmaterial. Dieses Material machte den WATT bekannt als Lautsprecher mit extrem niedrigen Gehäuseresonanzen und verfärbungsfreier Klangcharakteristik.

Die nächste Herausforderung war die Suche nach einem Material, das sich ebenso gut für den Tieftonbereich eignet. Das Ergebnis präsentierte er 1992 mit Einführung der Grand Slamms X-1: Das X-Material. Dieses Material ist ein Verbundmaterial aus Cellulose und Phenolharz, das trotz der vergleichbaren Steifigkeit von Stahl eine ausgezeichneten Dämpfung hat und aufgrund der Resonanzfrequenz von 1.000Hz in Bassgehäuse eingesetzt werden kann.

Die Entwicklung ging weiter und führte zu einem neuen Mittel/Hochton-Gehäusematerial,dass das bisherige mit Mineralien gefüllte Acryl-Verbundmaterial ablöste. Das Ergebnis war das M-Material, ein Laminat aus Holzpartikeln und Phenolharz, jetzt aber mit einer anderen Resonanzfrequenz und einer Steifigkeit, die sich ideal den Mitteltönern anpasst. Dieses M-Material wurde erstmals in der MAXX Serie 1 eingesetzt – und war auch ihr Namensgeber – sowie in weiterentwickler Form in WATT/Puppy 7. Die 4. Generation (M4) dieses M-Materials ist ein Epoxy-Laminat und wird in der Alexandria X-2 Serie 2 und MAXX3 verwendet.

Sasha stellt jetzt Wilson’s neuestes Material vor, eine Kombination natürlicher Fasern in einem Laminat phenoplastischen Harze. In Analogie zu den anderen Materialen müsste es „S-“ Material genannt werden, da Wilson Audio derzeit mehr mit der Erforschung seines Potenzials beschäftigt ist, verschiebt sich die finale Namensgebung. Bei Sasha wird es als Schallwandmaterial im oberen Modul eingesetzt und sorgt für eine bisher nicht erreichte Wiedergabequalität , frei von Verfärbung und mit einzigartigem Zauber in den Mitten.

Gallerie

Technische Daten

Technische Daten

  • Tieftöner: Zwei 8 Zoll (20,32 cm)
  • Mitteltöner: 7 Zoll (17,78 cm)
  • Hochtöner: 1 Zoll Inverted-Dome (2.54 cm)
  • Empfindlichkeit: 91 dB @ 1 Watt @ 1 Meter @ 1kHz
  • Nominale Impedanz: 4 Ohm, 1,8 Ohm Minimum @ 92 Hz
  • Frequenzgang: +/- 3 dB 20 Hz – 22 kHz
  • Gesamtabmessung:  Höhe 111,76 cm, Breite 35,56 cm, Tiefe 53,91 cm
  • Gewicht je Lautsprecher:  89,36 kg
  • System-Versandgewicht:  274,42 kg

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